Schöpfungsdiakonie

Wer unser Angebot liest, wird die Vielfalt der thematischen Ausrichtungen bemerken. Diese Zusam-
menstellung ist kein Zufall, sondern steht auf dem Hintergrund der „Schöpfungsdiakonie“ oder „Theologie der Vielfalt“, in der die Wolfgang-Philipp-Gesellschaft ihren Auftrag bündelt.

Das Leitmuster des Schöpfungsdiakonie-Dreiecks wurde 1998 angenommen, um Auftrag und Wirkrichtung unserer Gemeinschaft in der Welt anschaulich zu beschreiben.
Wir Christen glauben, daß Gott sich uns als liebender Gott offenbart hat. Das Trinitarische Ganzheitsdenken ermöglicht es, diese Liebe nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern in der Schöpfung und der Gesamtwelt erfahrbar, verstehbar und ausübbar zu machen. Im Werk Wolfgang Philipps äußert sich das in der Apologetik, der Entbergung ideologischer Denkgehäuse und der Öffnung des Menschen zur ganzheitlichen Gotteserfahrung, sowie in der Irenik, dem Friedenschaffen durch Erkenntnis der dreiheitlich angelegten Vielfalt menschlicher Denkrichtungen. Der Einsatz für Heil, Frieden und Vielfalt muß sich auch auf die Ordnungen menschlichen Zusammenlebens und auf die Schöpfung und ihre Mitlebewesen erstrecken.

Die genannten Tätigkeitsfelder spiegeln sich in dem Großen Dreieck der Schöpfungsdiakonie

Dreieck

Dieses Leitmuster gibt den Rahmen für die praktische Arbeit der WPG und des Drînissa-Hauses ab.

Wir arbeiten für den friedfertigen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen, Pflanzen und Tieren, wozu auch Achtung und Pflege der natürlichen Vielfalt gehören. Auf diesen Bereich richten sich die Tätigkeiten des Ausschusses für naturnahen Gartenbau, der mehr anzielt, als der Name ausdrücken kann.

Wir setzen uns ein für die Vielfalt und das friedliche und gerechte Miteinander der Völker und Spra- chen, Kulturen und Lebensformen. Dieser Arbeit dienen die Runden Tische, die verschiedene poli- tische Überzeugungen an einen Tisch bringen, ganzheitliche Lösungen entwickeln zu helfen und die Achtung vor der Vielfalt stärken sollen.

Wir setzen uns dafür ein, daß die verschiedenen Weltanschauungen und Religionen ihren Wettstreit friedlich austragen und die Werte erkennen, die im Standpunkt des anderen verborgen sind, ohne daß die Frage nach der Wahrheit ausgeklammert wird. Das geistige Hilfsmittel hierzu ist das Trini- tarische Ganzheitsdenken, das verdichtet, in den Seminaren „www.Bunt-statt-Grau.de“ und „Mit TGD dem Leben eine Richtung geben“ vermittelt wird.

Die an den Spitzen des Großen Dreiecks stehenden Zielbegriffe Heil, Frieden und Vielfalt sind mitein- ander in einem Kreise verbunden, weil sie in Wechselwirkung stehen und zu dem umfassenden Heil gehören, das die Heilige Schrift Schalom nennt.

Während das Große Dreieck den gesellschaftlichen Wirkbereich unserer Arbeit darstellt, umschreibt das Kleine Dreieck Angebot und Zielvorstellung für den Einzelmenschen. Zum glücklichen Leben ge- hören die im Alltag erfahrene Gottesbeziehung, erfüllte zwischenmenschliche Beziehungen in der Gemeinschaft und die Entdeckung des tragenden Wurzelgrundes von Heimat, Sprache und Natur- umwelt. Dies soll im Lehrgang „Mit TGD dem Leben eine Richtung geben“ vermittelt werden.

Diese Erfahrungen sind ganz existentiell und lassen sich deshalb nur im persönlichen Umgang ver- tiefen. Deshalb lädt das Drînissa-Haus ein zur Teilnahme an den regelmäßigen Treffen und macht das Angebot des Mitwohnens für einen bestimmten Zeitraum, das namentlich Jugendlichen und jungen Erwachsenen gilt. Auf diese Weise ist es besonders gut möglich, die Gemeinschaft, unsere Botschaft und Vorhaben näher kennenzulernen und eine schöne Zeit in Mainz am Rhein zu verbringen.